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Inhaltsverzeichnis Dank Impressum Grußwort des Vorsitzenden des PSV Elbe Dresden 50 Jahre - Ein Rückblick Zum Gedenken unserer Bergtoten Zeittafel zur Sektionsgeschichte Fernschreiben zum Brand der Wilhelm-Dieckmann-Hütte Sektionsleiter/Abteilungsleiter Funktionäre in übergeordneten Leitungen Auszeichnungen Mitgliederentwicklung Zur Geschichte des Wilhelm-Dieckmann-Laufes Unsere Hütte Vom Anfang der Kinderklettergruppe Die Entwicklung des Orientierungslaufes in der Sektion Unser Talweg am Bergfreundeturm Unser Ziel: Der Montblanc Erster Bergsteiger-Skilanglauf So wurde die Valbonewand bezwungen Erinnerungen der Wanderer Ein schwerer Weg Pik Kommunismus bezwungen Aus dem Tagebuch der 1. Dynamo-Winter-Tatra-Tour Gipfelsieg und Absturz - Impressionen aus der Mongolei Meine erste Alpenklettertour Erstbegehungen unserer Mitglieder Hochgebirgstouren unserer Mitglieder (Auswahl) Tatra-Winterfahrten Erfolge unserer Orientierungsläufer (bis 1989) Verwendete Abkürzungen Wir danken allen Sportfreunden, dem Vorstand des PSV Elbe Dresden e.V. und unseren Sponsoren, die uns in vielfältiger Weise bei der Vorbereitung unseres Jubiläums und bei der Herausgabe dieser Festschrift unterstützten. Besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Polizeidirektion und im Polizeipräsidium Dresden. Der Vorstand der Abteilung Wandern und Bergsteigen
Die aus anderen Publikationen übernommenen Berichte wurden redaktionell überarbeitet und teilweise gekürzt. Dresden 1999 Grußwort des Vorsitzenden des PSV Elbe Dresden Liebe Sportlerinnen und Sportler der Abteilung Wandern und Bergsteigen, zu Eurem 50-jährigen Bestehen innerhalb des Polizeisports in Dresden übermittle ich Euch und Euren Angehörigen die herzlichsten Grüße und Glückwünsche des Vorstandes und aller Mitglieder und Freunde des Polizeisportvereins Elbe Dresden e. V. In den langen Jahren Eures sportlichen Wirkens imponierte immer wieder Euer Zusammenhalt in guten und schlechten Zeiten. Besonders würdige ich Euer Engagement für die Belange des Polizeisports und Eure sportlichen Leistungen als Wanderer und Bergsteiger. Ihr habt in den vergangenen 50 Jahren viele Felsen des heimatlichen Elbsandsteingebirges erstiegen. Es wurden aber auch Akzente in der Tatra, im Kaukasus und Pamir gesetzt. Nach 1990 waren dann die Alpen und andere Gebirge beliebte Ziele Eurer Mitglieder. Gern denke ich an den von Euch aus der Taufe gehobenen Wilhelm-Dieckmann- Lauf, der im vergangenen Jahr zum 41. Male durchgeführt wurde und dessen nächste Auflage schon in Vorbereitung ist. Die aktiven Sportfreunde Eurer Abteilung führten die Arbeit des Polizeisports auch in den Jahren nach 1990 weiter und entwickelten Bewährtes zum Nutzen aller weiter. Hier erwähne ich besonders die ehrenamtliche freiwillige Arbeit, ohne die es nicht möglich ist, eine zahlenmäßig so große Abteilung zu leiten. Ob bei der Gestaltung des Vereinslebens, der Durchführung der Kinder- und Jugendarbeit oder bei den freiwilligen Hütteneinsätzen, immer ist auf Euch Verlaß. Ungezählt sind die Stunden, die Ihr Euch in den Dienst der Gemeinschaft gestellt habt. Dafür gebührt Euch ein großer Dank! Ich wünsche mir als Vorsitzender des Polizeisportvereins Elbe Dresden e.V., daß der vor 50 Jahren beschrittene Weg weiterhin von engagierten Wanderern und Bergsteigern, auch innerhalb unserer Polizeidienststellen, begangen wird. Auch künftig werdet Ihr die volle Unterstützung des Vorstandes, besonders bei den Bemühungen um den Erhalt und die Nutzung der Wilhelm-Dieckmann-Hütte in Schmilka, erfahren. Zum Jubiläum nochmals alles Gute und für die nächsten Jahre Euch und der nachkommenden Generation viel Erfolg und Freude bei der gemeinsamen Vereinsarbeit. Ulrich Knöpfle Vorsitzender des PSV Elbe Dresden e.V. 50 Jahre - Ein Rückblick Im Jahre 1948 wurde es in der sowjetischen Besatzungszone möglich, mit dem Aufbau einer neuen, einheitlichen und demokratischen Sportbewegung zu beginnen. So kam es am 1. Oktober 1948 zur Gründung der Polizeisportgemeinschaft Dresden. Bergsteiger und Wanderer aus verschiedenen Dienststellen und Dienstzweigen der Dresdner Volkspolizei fanden sich nun zusammen, um ihrem Sport gemeinsam und organisiert nachgehen zu können. Sie bildeten im Februar 1949 eine Sparte Wandern und Bergsteigen (später "Sektion Touristik" genannt) in der Polizeisportgemeinschaft. 1950 kam es zur Gründung der Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei, die sich 1953 in die Sportvereinigung Dynamo umbildete. 50 wechselvolle Jahre sind seitdem vergangen, über die im folgenden ein kurzer Abriß gegeben wird. Mitglieder der Sektion waren in den ersten Jahren vorwiegend Angehörige der Volkspolizei und anderer Dienstzweige sowie deren Familienangehörige. Zivile Mitglieder stießen erst ab Mitte der 50er Jahre dazu. Unter ihnen waren viele aktive und leistungsstarke Bergsteiger wie Alex und Christel Gladun, Dietmar und Günter Heinicke, Günter Hopf, Peter Popp und andere. Angezogen wurden sie vor allem durch die sportliche Aktivität der Sektion, aber auch durch deren ständige Bemühungen um die Anerkennung und Entwicklung unserer Sportarten in der DDR. Die sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten im Leben der Sektion führten zu einer deutlichen und kontinuierlichen Leistungsentwicklung. So kam aus ihren Reihen 1957 mit Hans-Joachim Scholz einer der ersten "Meister des Sports" im Bergsteigen, dem bis 1989 weitere 6 folgten. Seit 1958 war auch das Leistungszentrum Alpinistik des DWBV der Sektion angeschlossen, ehe es 1961 zum SC Einheit Dresden wechselte. Mit dem 1958 erstmals durchgeführten Bergsteiger-Skilanglauf, der den Namen des 1934 von den Nazis ermordeten Bergsteigers Wilhelm Dieckmann trägt, bekannte sich die Sektion zu den antifaschistischen Traditionen des Bergsteigens. Dieser Lauf, dessen Charakter sich später in einen Crosslauf für Wanderer und Bergsteiger wandelte, entwickelte sich zu einer sportlichen Großveranstaltung. Viele Jahre gemeinsam mit der BSG Wismut Pirna-Copitz organisiert, waren in den 80er Jahren über 500 Teilnehmer keine Seltenheit. Seit 1991 wird er als "Wilhelm-Dieckmann- Wanderung" fortgeführt und im Jubiläumsjahr der Sektion zum 42. Mal stattfinden. 1961 begann auf Initiative von Rolf Heinemann der Orientierungslauf in der Sektion. Diese Gruppe entwickelte sich rasch zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten in der DDR. Davon zeugen die 39 Meistertitel, die zwischen 1961 und 1983 errungen wurden. Der Dynamo-Orientierungslauf, ein DDR-offener Wettkampf, wurde von 1962 bis 1990 in jedem zweiten Jahr durchgeführt. Für den Nachwuchs der Sektion sorgte immer eine gute Kinder- und Jugendarbeit. Die jungen Kletterer nahmen regelmäßig am "Treffen Junger Bergsteiger" teil und konnten mehrfach vordere Plätze belegen. Die Orientierungsläufer errangen eine Vielzahl von Titeln bei Spartakiaden, DDR-Kinder- und Jugendmeisterschaften. Berg- und Wanderfahrten in andere Länder und ins Hochgebirge waren begrenzt. Die sich uns bietenden Möglichkeiten wurden genutzt. 15 Winterfahrten in die Hohe Tatra zwischen 1979 und 1990 vermittelten unseren Mitgliedern alpinistisches Können und Erfahrungen. Unsere besten Bergsteiger erstiegen auf Fahrten in die Hochgebirge der sozialistischen Länder bedeutende Gipfel wie Uschba und Elbrus im Kaukasus und Pik Kommunismus im Pamir. Den Sportfreunden Christel Gladun, Alex Gladun und Peter Popp gelang es, alle 3 Siebentausender des sowjetischen Pamir zu bezwingen. 1988 weilte eine fünfköpfige Mannschaft im mongolischen Altai. Viele Aktivitäten entwickelten auch die Wanderer der Sektion. Vor allem die älteren Sportfreunde fanden hier ihr Betätigungsfeld bei vielen Touren in unserer sächsischen Heimat und dem benachbarten Böhmen, aber auch bei Höhepunkten wie den Fahrten in die Hohe Tatra, ins bulgarische Rilagebirge und in den Kaukasus. Eine Unterkunft für ihre Mitglieder in der Sächsischen Schweiz zu schaffen war von Anbeginn das Ziel der Sektion. Nutzten wir zunächst einige Jahre die "Heinz-Janello-Hütte" in Krippen, gelang es dann nach vielen Bemühungen, 1971 ein eigenes Objekt in Schmilka zu erwerben. Mit viel Einsatz unserer Mitglieder und mit Unterstützung der Leitung der Sportgemeinschaft wurde es zu einer schmucken Unterkunft ausgebaut, die den Namen "Wilhelm-Dieckmann-Hütte" erhielt. Ein schwarzer Tag war dann der 23.10.1981, als die Hütte durch einen Brand schwer beschädigt wurde und ein Wiederaufbau lange Zeit in Frage stand. Mit der tatkräftigen Unterstützung der Leitung der SG Dynamo Elbe und durch hohe Einsatzbereitschaft unserer Mitglieder gelang dies doch, und so steht die Hütte seit 1984 wieder unseren Mitgliedern und Freunden zur Verfügung. Die vielfältigen Aktivitäten der Sektion in den 50 Jahren ihres Bestehens finden sich in der Zeittafel auf den folgenden Seiten wieder, auch wenn hier bei weitem nicht alle Veranstaltungen genannt werden konnten. Für ihre Arbeit wurde die Sektion zweimal - 1981 und 1984 - als "Vorbildliche Sektion des DWBO" ausgezeichnet. Dafür haben sich viele Mitglieder aktiv eingesetzt, in der Sektionsleitung ebenso wie als Wander- und Übungsleiter. Zahlreiche Sportfreunde waren auch in Fachausschüssen, Kommissionen und im Präsidium des Sportverbandes für die Entwicklung unserer Sportarten tätig. Ihnen allen gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Die politischen Veränderungen in der DDR, die Auflösung der Sportvereinigung Dynamo 1990 und schließlich der Beitritt zur Bundesrepublik stellten uns vor eine völlig neue Situation. Eine Anzahl Mitglieder verließ uns aus unterschiedlichen Gründen. Es stellte sich die Frage nach dem weiteren Bestand der Sektion. Auf Initiative mehrerer Sportfreunde der bisherigen SG Dynamo Elbe, darunter aus unserer Sektion Reiner Bruchholz, Rolf Heinemann, Lothar Hamann und Sepp Winkler kam es am 11.12.1990 zur Gründung des Polizeisportvereins Elbe Dresden e.V. Reiner Bruchholz, der unsere Sektion seit 1973 erfolgreich geführt hatte, übernahm neben dieser Funktion jetzt auch den Vorsitz des neuen Vereins, den er bis 1994 innehatte. Die Abteilung trat dem 1990 gegründeten "Dresdner Wanderer- und Bergsteigerverein e.V." bei. Die Orientierungsläufer hatten sich bereits zu Beginn des Jahres selbständig gemacht und dem "Deutschen Orientierungslauf- Verband" angeschlossen. Viele neue Fragen und Probleme standen jetzt vor dem Vorstand und den Mitgliedern der Abteilung. Es gelang, die "Wilhelm-Dieckmann-Wanderung" fest zu etablieren, das traditionelle Bergfest seit 1992 wieder durchzuführen und mit den Pfingstfahrten einen weiteren Höhepunkt zu schaffen. Das sportliche und kulturelle Leben der Abteilung hat sich neu organisiert. Dafür gebührt allen Sportfreunden, die zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben, Dank und Anerkennung. So können wir zu Beginn des Jahres 1999 mit Stolz und Freude unser fünfzigjähriges Bestehen feiern! Zum
Gedenken unserer Bergtoten
Peter Krüger Lehrling geboren am 11. März 1964 in Dresden abgestürzt am 20. Februar 1982 am Hinteren Gansfels, Südwestwand verstorben am 27. Februar 1982 in Dresden Mitglied der Sektion seit 1977 Wolfgang Georgi Diplom-Ingenieur geboren am 8. November 1954 in Dresden tödlich abgestürzt am 19. August 1996 am Weißhorn (Walliser Alpen) Mitglied der Sektion seit 1972 zum Inhaltsverzeichnis Zeittafel zur Sektionsgeschichte
sofortmeldung gem. 5. dfa ziff. 2 betr.: brand einer unterkunftshuette der sv-dynamo wann: 23.10.81, 23.30 uhr 23.10.81, 23.40.uhr vp bekannt wer: - entfaellt - wo: bad schandau, ot schmilka nr.41 bereich vpka pirna was: brand einer unterkunftshuette in fachwerkbauweise. Ist für laengere zeit unbenutzbar. genauer schaden noch nicht ermittelt. wie / womit: brand entstand am fernsehgeraet typ "raduga" und griff auf das inventar und gebaeude ueber. Im brandausbruchsraum befindliche kinder / jugendliche versuchten brand mit decke zu loeschen. als dies nicht gelang wurde feuerwehr verstaendigt. durch einen kameraden der ffw wurden kinder / jugendliche evakuiert. fernsehapparat konnte auf grund der brandausbreitung nicht mehr abgeloescht werden. ... was veranlasst: brand wurde mit 3 c-rohren bekaempft. Am e.-ort ffw bad schandau, krippen, rathmannsdorf, kdo. - f - pirna mit tlf 16. ... vpka pirna a.-dienst oltn. der f thiebel Die erste Meldung der Feuerwehr über den Brand der Hütte (etwas gekürzt). Sektionsleiter/Abteilungsleiter
Funktionäre in übergeordneten Leitungen
Die nachstehenden Sportfreunde waren zeitweilig in verschiedenen Funktionen in Fachausschüssen, Vorständen und Kommissionen tätig: Harry Dürichen Ute Friedrich Alfred Fritzsch Achim Geißler Christel Gladun Fritz Herbst Günter Hessel Wolf Gerold Juckeland Wolfgang Kießling Bernd Künzelmann Peter Popp Alfred Rudolph Marianne Schaffrath Hans-Joachim Scholz Günter Scheibe Helmut Stiller Günter Stock. Auszeichnungen Für hervorragende sportliche Leistungen und für aktive Mitarbeit in den Sportorganisationen wurden zahlreiche Mitglieder der Sektion ausgezeichnet: Ehrennadel der Internationalen Orientierungslauf-Förderation 1981 Rolf Heinemann (Bronze) 1990 Rolf Heinemann (Silber) Meister des Sports Der Titel "Meister des Sports" war eine staatliche Auszeichnung der DDR für herausragende sportliche Leistungen. Er wurde seit 1954 verliehen. 1957 Hans-Joachim Scholz 1958 Peter Popp 1959 Günter Hopf 1959 Eberhard Unger 1968 Christel Gladun 1983 Ute Friedrich 1988 Susanne Kühne Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille Die höchste Auszeichnung des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR erhielten 1977 Hans Pankotsch 1979 Rolf Heinemann Ehrennadel des DTSB in Gold 1962 Dietmar Heinicke 1964 Fritz Leder 1970 Hans Pankotsch 1971 Ulrike Heinemann 1971 Rolf Heinemann Ehrennadel der SV Dynamo in Gold 1978 Reiner Bruchholz 1980 Rolf Heinemann 1980 Ernst Reichenbach 1986 Lothar Hamann 1989 Erich Gahr Ehrennadel des DWBV/DWBO in Gold 1966 Dietmar Heinicke 1966 Hans Pankotsch, Fritz Leder, Eva-Ursula Petereit 1973 Rolf Heinemann Mit Ehrennadeln in Silber oder Bronze wurden ausgezeichnet: SV Dynamo 44 Sportfreunde DTSB 12 Sportfreunde DWBV/DWBO 27 Sportfreunde. Ehrenmitglieder der Sektion 1986 Erich Gahr + 1991 Ernst Reichenbach zum
Inhaltsverzeichnis
Mitgliederentwicklung Mitgliederstand zum Jahresende. In Klammern: Anzahl der Kinder und Jugendlichen. Angaben ab 1990 ohne Orientierungsläufer.
Zur Geschichte des Wilhelm-Dieckmann-Laufes Die Idee zu einem Bergsteigerwettkampf, der Laufen, Klettern und auch Skifahren enthalten sollte, entstand bei Hans-Joachim Scholz und seinen Freunden wohl an einem verregneten Winterwochenende. Ein Jahr später war es soweit. Der 1. Bergsteiger-Skilanglauf wurde am 9. Februar 1958 in Bad Schandau-Ostrau gestartet. Trotz des fehlenden Schnees gingen 24 Teilnehmer auf die 17 km lange Strecke durch Schramm- und Affensteine. Im folgenden Jahr waren dann schon über 80 Sportler am Start. Der Lauf trug jetzt den Namen Wilhelm Dieckmanns (1902 - 1934), eines Arbeiterbergsteigers, der von den Nazis eingesperrt und ermordet wurde. Sein Name sollte für den Veranstalter und für alle Teilnehmer Verpflichtung sein. Der Wilhelm-Dieckmann-Lauf wurde von Jahr zu Jahr zu einem viel beachteten sportlichen Ereignis der Bergsteiger. Zuerst als Mannschaftslauf (2er-Mannschaft) und mit Klettereinlagen ausgetragen, wandelte er sich mit der Zeit zu einem reinen Skilanglauf. Blieb man dabei zunächst in der Sächsischen Schweiz, waren später auch das Osterzgebirge und die Lausitz Austragungsorte des Wettkampfes. Probleme gab es immer mit dem Schnee, der oft nur spärlich lag. Bei einem Lauf auf dem Großen Winterberg taute er noch in der Nacht vor dem Start, und die Läufer mußten ihre Ski streckenweise tragen. Der sechste Lauf 1963 wiederum mußte wegen der extremen Witterung kurzfristig nach Weixdorf bei Dresden verlegt werden. Das war dann der erste Einzellauf und dabei blieb es auch in der Folge. Der kleine Ort Leupoldishain in der Sächsischen Schweiz wurde schließlich ab 1977 ständiger Austragungsort des Wilhelm-Dieckmann-Laufes. Dank sei an dieser Stelle dem Sportfreund Wolfram Trautmann und seinem damaligen Vorstand der BSG Wismut Pirna-Copitz gesagt, durch dessen Unterstützung es möglich wurde, das dortige Kinderferienlager der Wismut zu nutzen. Gemeinsam mit den Pirnaer Sportfreunden organisierten wir den Lauf bis 1989. Teilnehmerzahlen bis zu 500 Sportlern mußten in diesen Jahren bewältigt werden, und das mit einem ausschließlich ehrenamtlich tätigen Org.-Büro. Für alle, Streckenleger, Streckenposten, Kampfrichter, Rechen- und Schreibbüro bedeutete das immer ein anstrengendes Wochenende. Noch wurden die Laufzeiten von Hand errechnet und 3 Sportfreundinnen schrieben die Ergebnislisten, die pünktlich zur Siegerehrung um 13.30 Uhr vorliegen sollten. Unterstützung fanden wir auch bei der Bürgermeisterin von Leupoldishain, bei der LPG, dem Personal des Kinderferienlagers und beim DWBO-Stadtfachaus- schuß Dresden. 1978 gab es einen Wandel im Charakter des Laufes. Die Tatsache, daß es jetzt im nahen Erzgebirge zahlreiche Skilangläufe gab und kaum ein freier Termin zu finden war, führte zusammen mit dem Schneeproblem in der Sächsischen Schweiz zu dem Entschluß, den Lauf in der Herbst zu verlegen. So fanden 1978 zwei Wettkämpfe statt, im Februar nochmals ein Skilanglauf und dann im November der erste offiziell als solcher ausgeschriebene Crosslauf. Außer den Urkunden für die Sieger der einzelnen Klassen und Erinnerungsplaketten gab es nun auch Anerkennung für den "Besten Bergsteiger" und den "Besten Wismut-Kumpel". Erstmals gehörte eine Volkssportwanderung über 15 km von Pirna nach Leupoldishain zum Programm. Dies wurde mit wechselnden Ausgangspunkten auch in den folgenden Jahren beibehalten. Im November 1989 konnten wir nochmals etwa 500 Teilnehmer beim 33. Wilhelm-Dieckmann-Lauf begrüßen. Aber die politische Wende in unserem Lande stellte auch unsere Veranstaltung in Frage. Unser Partner Wismut löste sich auf, die Finanzierung war unklar, und so mußte 1990 zum ersten Mal der Lauf ausfallen. Doch Aufgeben gab es für uns nicht. Unser zwischenzeitlich verstorbener Sportfreund Horst Herrlich, Wolfgang Kießling, Lothar Hamann und Reiner Bruchholz organisierten im November 1991 wieder eine Wanderung. 48 Teilnehmer nahmen die Route vom Bahnhof Schmilka über Krippen und die Zschirnsteine nach Schöna in Angriff. Obwohl dann am Ziel keine Kampfrichter mehr standen, war es doch mehr als ein Neubeginn. Seit 1992 gibt es nun in jedem Jahr die "Wilhelm-Dieckmann-Wanderung". Manfred Kolb findet dazu immer wieder anspruchsvolle und schöne Bergwanderstrecken durch die Sächsische und Böhmische Schweiz, ausgehend von unserer Hütte in Schmilka. 18 - 28 km bei steigenden Höhen von 700 - 1000 m stellen auch an den leistungsstarken Wanderer einige Anforderungen. Um so mehr freute es uns, daß wir schon 1996 wieder über 200 Teilnehmer hatten. Im Jahre 1997 erlebte unsere Veranstaltung ihre 40. Auflage, die eigentlich ein Höhepunkt werden sollte. Doch bei kaltem Wetter und Regen wagten sich nur 68 Sportfreunde nach Schmilka und auf die Strecke rund um die Zschirnsteine und über den Gratweg der Schrammsteine. Danken möchte ich zum Schluß den vielen Sportfreunden unserer Sektion, die in vier Jahrzehnten mithalfen, den Wilhelm-Dieckmann-Lauf bzw. die Wanderung zu organisieren. Stellvertretend für alle, die hier nicht genannt werden können, sollen die Namen von Inge und Ernst Reichenbach, die den Lauf von Beginn an begleiteten, und von Karl-Heinz Richter als langjährigem Organisator und Streckenleger stehen. Besonders freut uns, daß sich wiederum junge Sportfreunde gefunden haben, welche die Tradition des Wilhelm-Dieckmann-Laufes fortführen werden. Reiner Bruchholz Unsere Hütte In den Sechziger Jahren war die Mitgliederzahl der Sektion stark gewachsen, und auch die Aktivitäten im Gebirge nahmen zu. Da man damals noch nicht motorisiert war, wurde der Ruf nach einer eigenen Hütte in der Sächsischen Schweiz als Unterkunft und Begegnungsstätte immer lauter. Die seit 1951 genutzte "Heinz-Janello-Hütte" in Krippen war uns aus nicht nachvollziehbaren Gründen gekündigt worden, und so gingen wir auf die Suche nach einem neuen Objekt. Als Autor dieses Berichtes war es mir vergönnt, ziemlich alle Höhen und Tiefen, Irrwege und Hoffnungen, aber schließlich auch den Erwerb, den Brand und den Wiederaufbau der "Wilhelm-Dieckmann-Hütte" in Schmilka mitzuerleben. Aber nun der Reihe nach: Bekannte Gebäude und Gelände wurden untersucht, Erkundigungen eingeholt, aber meist vergebens. Ich erinnere mich an solche Objekte wie die "Kirnitzschtalhütte", einen Platz oberhalb des Bergheimes in Krippen, ein Stück Land auf der Ostrauer Scheibe oder die Ankerschmiede in Postelwitz. Letztlich scheiterte alles an den finanziellen Möglichkeiten der SV Dynamo, an Bau- oder anderen Genehmigungen. Auch Baumaterial für einen Neubau war in dieser Zeit eine Illusion. Schließlich erreichte unser Drängen doch das Ohr der Polizeiführung in Dresden, wozu auch unsere sportlichen Leistungen beitrugen. Die Bauabteilung mit Rainer Leuthold an der Spitze bekam einen offiziellen Auftrag und vollbrachte das Wunder. In Schmilka stand das Haus der Martha Sturm frei und die Polizei konnte es rechtlich einwandfrei (auch nach heutigem Recht) erwerben. Alle waren erfreut. Eigentlich wollten wir als Sektion das Gebäude kaufen, doch das war nach damaligem Recht nicht möglich und so wurde die Polizei Eigentümer. Diese Entscheidung wurde 1990 für uns zum Problem, denn nun ging die Hütte in das Eigentum des Freistaates Sachsen über. Doch zurück ins Jahr 1972. Es ging an das Entrümpeln und den Umbau des Hauses. Als erstes sollte eine "ordentliche" Wasserleitung in der Küche verlegt werden mit dem Erfolg, daß kein Wasser mehr lief. Dann wurde eine Mauer abgerissen und gerade gezogen, doch jetzt brachten wir kein Möbelstück mehr in die Hütte. Also wurde ein Bauaktiv gegründet, mit Rainer Leuthold als Leiter, und von da an ging es koordinierter zu. Erste Übernachtungsmöglichkeiten wurden im "Sperlingslust", einem Nebengebäude, geschaffen und der Ausbau konnte vorangehen. Die große Mehrheit unserer Mitglieder beteiligte sich am Bau. Besonders die älteren Wanderfreunde wie Kurt und Gertrud Sprenger, Erich Gahr, Karl und Käthe Seifert, Rudi und Suse Breyer zählten zu den Rührigsten. Nicht vergessen wollen wir auch den Einsatz von Ernst und Inge Reichenbach, die bis 1990 als Hüttenwarte tätig waren. Viel Einsatz erforderte auch das Beschaffen der Schindeln zur Verkleidung der Vorderfront des Hauses. Es mußten einige Sportfreunde im Forst arbeiten, damit wir einen "Holzfreigabeschein" erhielten. Dann hieß es in der Geisinger Fabrik helfen, wo die Schindeln geschnitten wurden. Als sie schließlich in Schmilka lagen, tränkten sie Jochen und Magda Pech während ihres Urlaubs mit Firnis und legten sie zum Trocknen aus. Am 3. Februar 1973 war es dann endlich soweit. Mit einer kleinen Feier konnte der Einzug in die neue Hütte begangen werden, der wir den Namen des antifaschistischen Bergsteigers Wilhelm Dieckmann gaben. Das Ziel war erreicht, und wir waren zufrieden bis zu jenem Abend des 23. Oktober 1981, als die Hütte ein Raub der Flammen wurde. Ein Farbfernseher "Raduga" war implodiert, und in der Nacht brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Zum Glück konnten sich die darin befindlichen jungen Sportfreunde retten. Lothar Hamann war dann einer der ersten an der Brandstelle und leitete die erforderlichen Maßnahmen ein. Was nun tun? Alles war bilanziert, freie Baukapazitäten gab es in der DDR 1981 nicht. Also setzten wir auf Solidarität, Gemeinschaftssinn und hofften ein wenig auf Glück. In einer Versammlung beschlossen wir: Wir wollen wieder bauen, und verpflichteten uns zu freiwilligen Aufbauleistungen. Doch das reichte nicht. Erst durch den Einfluß des damaligen Vorsitzenden unserer SG Dynamo Elbe Erich Lissel und der Unterstützung unseres "Doc" Reinhard Uhlig in Berlin bekamen wir die Zustimmung. Der damalige VEB Raumkunst Bad Schandau übernahm den Wiederaufbau der Hütte. Der Einsatz unserer Mitglieder trug wesentlich dazu bei, daß der Bau voranging. Die Brandstelle wurde beräumt, Material beschafft und transportiert. Die Ziegel mußten vom Buswendeplatz mit der Schubkarre die steile Dorfstraße hinaufgeschafft werden. 60 m3 Holz wurden aus den Hängen oberhalb des Dorfes geholt, um den Dachstuhl zimmern zu können. Schließlich mußte auch noch im Sägewerk in Cunnersdorf geholfen werden. Tatkräftige Hilfe erhielten wir von einer freiwilligen Baubrigade aus Polizisten und Feuerwehrleuten, deren Dienst wir als Gegenleistung teilweise übernahmen. Geleitet und koordiniert wurde alles durch Bernd Petrasch von der Abteilung Bauwesen. Als der Rohbau fertig war, ging es mit dem Innenausbau und der Einrichtung weiter. Unsere Frauen nähten die Gardinen und säuberten die neuen Räume. Endlich, am 19. Oktober 1984, war alles fertig, und wir konnten zum zweiten Mal Einzug feiern. An dieser Stelle sei nochmals all unseren Mitgliedern, Freunden und Helfern gedankt, die sich tatkräftig ins Zeug legten, damit unser gemeinsames Werk geschafft werden konnte. Wieder zog sportliches und fröhliches Leben in unsere Hütte ein. Denken wir nur an die Erlebnisse mit unseren Freunden aus Bratislava, die uns in ihrem Urlaub einmal beim Bau unterstützten, mit denen wir aber auch schöne Stunden auf der neuen Hütte verlebten. Nach der politischen Wende 1989/90 ging es um den Erhalt der Hütte für die Sektion, denn - wie schon erwähnt - war diese jetzt eine Liegenschaft des Freistaates Sachsen geworden. Nach langen Verhandlungen erhielten wir schließlich einen langfristigen Pachtvertrag. Unser Ziel, die Hütte als Eigentum zu erwerben, scheiterte daran, daß die verlangten Gelder nicht aufgebracht werden konnten. Und für den symbolischen Wert von 1 DM wollten es die Beamten des Freistaates nicht. So bleibt zu hoffen, daß wir weiterhin die notwendigen Mittel aufbringen können, um die Unkosten der Hütte zu decken. Aber vielleicht erinnert sich doch noch ein Verantwortlicher der etwa 17.000 freiwilligen und unentgeltlichen Arbeitsstunden, die von uns seit 1971 geleistet wurden, und wir können die Hütte auch in Zukunft für unsere Mitglieder und Freunde erhalten. Zuletzt ist es mir ein Bedürfnis, unserem Hüttenwart Hans-Jürgen Greiser und seiner Frau Bettina Dank zu sagen. Sie haben seit 1990 die Geschicke der Hütte mit viel Tatkraft, Umsicht und Engagement in der Hand. Dank auch allen Sportfreunden, die in den letzten Jahren mit ihrer Arbeit und ihren Spenden zum Erhalt der Hütte beitrugen. Reiner Bruchholz zum
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Vom Anfang der Kinderklettergruppe Es war am 24. September 1966, als wir zum ersten Mal mit Kindern der Kaitzer Schule an der Nonne klettern waren. Und dann dauerte es doch noch fast drei Jahre, ehe sich eine feste Gruppe bildete und ein regelmäßiges Training unter Leitung von Hans Pankotsch begann. Den letzten Anstoß dazu gab das 1. Treffen junger Bergsteiger, das im Oktober 1969 in Weißig stattfand. Wir waren dort mit sieben Teilnehmern vertreten und bestiegen an diesen schönen Herbsttagen elf Gipfel in Rathen und in den Bärensteinen. Ostern 1970, eigentlich der geplante Beginn eines neuen Kletterjahres, überraschte uns jedoch mit Kälte und Schnee. Der Aufstieg durch den Großen Dom war fast alpin, ebenso die völlig verschneite Heilige Stiege. So wurde es schließlich Pfingsten, ehe mit Türkenkopf und Talwächter die ersten Gipfel bestiegen werden konnten. Das wöchentliche Training in Kaitz zahlte sich jetzt aus. Bald konnten die ersten Wege der Schwierigkeit V geklettert werden, von einigen schon als Vorsteiger. Der Höhepunkt des Sommers war sicher die Besteigung des Falkensteins über den Schusterweg. Im Oktober war dann Ostrau unser Ziel, wo beim 2. Treffen junger Bergsteiger der 3. Platz unter allen beteiligten Gruppen erreicht wurde. Daß wir bei dieser Veranstaltung auch in den folgenden Jahren immer dabei waren, sei hier erwähnt. Das Leben der Klettergruppe war vielseitig und für alle interessant. Es bestand eben nicht nur aus Training und Klettern. Erinnert sei an unseren Besuch im Museum für Mineralogie und Geologie, wo wir alle den "gefrorenen Blitz" bestaunten, an die Führungen durch Neustadt und den Botanischen Garten, und natürlich an die jährlichen Weihnachtsfeiern in der Hornschänke, in Kleincarsdorf und beim "Schönen Otto" in Theisewitz. Silvester feierten wir zweimal gemeinsam, 1970 auf der Kurt-Schlosser-Hütte und 1972 in der Jugendherberge Schöna. Und dass unsere jungen Sportfreunde beim Wilhelm-Dieckmann-Lauf aktiv waren, galt als selbstverständlich. Im Herbst 1971 war es der Sektion endlich gelungen, in Schmilka ein Gebäude zum Ausbau als Hütte zu bekommen. Zu den ersten, die dort Hand anlegten, gehörten unsere jungen Sportfreunde. Nach Rückkehr vom 3. Treffen junger Bergsteiger in Oybin ging es noch einige Tage nach Schmilka. Geschlafen wurde in der "Sperlingslust", vormittags auf der Hütte gearbeitet und am Nachmittag geklettert, wobei noch einige schöne Wege gelangen. Die Gruppe war inzwischen zahlenmäßig gewachsen. Doch mit Unterstützung älterer Sportfreunde war immer eine gute Betreuung und Anleitung bei den Kletterfahrten möglich. Im Sommer 1971 startete die erste große Fahrt, die uns eine Woche in den Harz führte. Die Hütte der BSG Lok Südost Magdeburg am Regenstein war unser Quartier, von dem wir zu Kletter- und Wandertouren auszogen. Steffen gelang dort sogar eine Erstbeghung, der "Urlaubsweg" V an der Uhuklippe. Im nächsten Sommer weilten wir eine Woche auf der Bergsteigerhütte Jonsdorf im Zittauer Gebirge. Das Jahr 1973 stand im Zeichen der geplanten Tatrafahrt. Zwei große Trainingswanderungen führten die Gruppe von Rosenthal über die Zschirnstein-Südwand bis nach Schmilka und durch den Großen Zschand zur traditionellen Sonnenwendfeier auf den Queenwiesen. Als es am 10. Juli dann losging, waren die Erwartungen groß. Unsere Zelte bauten wir im Popradské dolina auf. Doch Rysy und Osarpance blieben die einzigen Gipfel, die wir besteigen konnten, denn das Wetter machte uns einen Strich durch alle Pläne. So brachen wir schließlich ab und fuhren ins Böhmische Paradies. Dort verbrachten wir noch einige Klettertage, ehe es zurück nach Dresden ging. Bald scheiden die ersten aus der nunmehrigen Jugendgruppe aus und neue Gesichter tauchten auf. Auch der Übungsleiter wechselte, doch die Arbeit mit dem Nachwuchs blieb fester Bestandteil der Sektion. Im Mai 1995 trafen sich fast alle Mitglieder der ersten Klettergruppe in Schmilka. Erinnerungen wurden ausgetauscht und trotz Regen gewandert. Auch wenn nicht alle mehr aktiv sind, war man sich doch einig: Es war eine schöne Zeit. Hans Pankotsch Die Entwicklung des Orientierungslaufes in der Sektion Seit 1953 wurden in der DDR Meisterschaften im Touristischen Skilanglauf ausgetragen, an denen sich Mitglieder unserer Sektion erfolgreich beteiligten. Parallel dazu wurde Mitte der 50er Jahre auch mit touristischen Wettkämpfen im Sommer begonnen. Diese Wettkämpfe erhielten 1960 erstmals den Charakter von reinen Orientierungsläufen. Das war letzten Endes der Grund für Rolf Heinemann, 1961 nach dem Sieg bei den DDR-Meisterschaften im Ski-OL eine selbständige Gruppe OL innerhalb der Sektion Wandern und Bergsteigen der damaligen SG Dynamo Dresden zu gründen. Der OL entwickelte sich in den Jahren von 1960 bis 1966 zu einer international anerkannten Sportart. 1961 wurde unter Mitwirkung der DDR die Internationale Orientierungslauf Föderation gegründet. Für Dynamo Dresden stellten sich bald erste Erfolge ein: 2. Platz für Maria Scholz und Ulrike Schneider beim Internationalen Kurt-Schlosser- und Hertha-Lindner- Pokal-OL in Hohnstein (Sächsische Schweiz) 1961 mit starker schwedischer Beteiligung. Siege beim Bergsteiger-Findigkeitslauf 1961 durch Maria Scholz / Ulrike Schneider bei den Damen und Dieter Kaßbaum / Rolf Heinemann bei den Herren. Durch gemeinsames Training mit den Läufern der Sektion Leichtathletik von Dynamo Dresden konnte die Erfolgsserie ausgebaut werden. Mit Dieter Kaßbaum, Günther Stock und Rolf Heinemann wurden Anfang der 60er Jahre auch viele leichathletische Wettkämpfe, besonders Crossläufe, bestritten und gegen starke Konkurrenz gewonnen. Die läuferische Stärke wurde durch Bestzeiten belegt: Dieter Kaßbaum 5.000 m 14:58 min, Günther Stock 10.000 m 32:42 min und Rolf Heinemann 3.000 m 9:08 min. Nach den ersten internationalen Vergleichen standen die Ausscheidungen zur 1. Europameisterschaft im Orientierungslauf in Norwegen als wichtigstes Ziel für die junge OL-Gruppe von Dynamo. Rolf Heinemann konnte sich für die Teilnahme qualifizieren, die aber aufgrund der Nato-Zugehörigkeit von Norwegen letztlich nicht möglich war. Das damalige Travelbüro in Westberlin erteilte der DDR-Mannschaft kein Einreisevisum. 1964 stand dann aber in der Schweiz der Teilnahme einer DDR-Mannschaft nichts entgegen. Rolf Heinemann belegte den 22. Platz und war damit bester Läufer hinter den Skandinaviern und den Schweizern. Ulrike Heinemann wurde 1964 vierfache DDR-Meisterin, hatte aber die Qualifikation für die EM-Teilnahme knapp verpaßt. Für die Teilnahme an den 1. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf 1966 in Finnland qualifizierten sich mit Ulrike und Rolf Heinemann gleich zwei Läufer der Sektion. Der OL gewann in den Jahren 1966 - 1977 stark an Bedeutung. Die DDR übernahm die Weltmeister- schaft für das Jahr 1970. Der Verband trug jetzt den Namen "Deutscher Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf" (DWBO). Auch in der Sektion Wandern und Bergsteigen der SG Dynamo Elbe Dresden wurde in diesen Jahren die Selbständigkeit der OL-Gruppe durchgesetzt. Durch gute Läufer wie Hans-Dieter Baumgart, Peter Lochschmidt und Rolf Winkler wuchs die Leistungs- fähigkeit der Sektion sehr. So konnten sich für die Teilnahme an der WM 1968 in Schweden mit Hans-Dieter Baumgart, Rolf und Ulrike Heinemann gleich drei Mitglieder von Dynamo Dresden qualifizieren. Im Jahre 1968 gelang es auch, mit einer Gruppe von 6 Sportlern eine Wettkampfreise nach Finnland zu den Sportfreunden vom Arbeitersportverband TUL durchzuführen. 1969/70 arbeitete Günther Stock hauptamtlich als Trainer der DDR-Nationalmannschaft Orientierungslauf zur Vorbereitung der WM. Bei den WM 1970 in Friedrichsroda (DDR) erreichte Hans-Dieter Baumgart mit seinem ausgezeichneten 11. Platz die bis heute beste Plazierung eines deutschen Läufers bei Weltmeister- schaften in der Herren-Konkurrenz. Die Entwicklung der OL-Gruppe verlief weiterhin stabil und erfolgreich. Dynamo Elbe wurde einer der bekanntesten und erfolgreichsten OL-Vereine innerhalb des DWBO der DDR. Neben der Übungsleiter- Tätigkeit von Rolf Heinemann in der Gründungszeit hat sich ab 1970 vor allem Günter Dittmann bei der Betreuung des Nachwuchses verdient gemacht. 1972 war letztmalig eine Teilnahme an den WM durch DDR-Sportler möglich. Aus unserer Sektion qualifizierten sich Rita Winkler und Hans Dieter Baumgart. Rolf Heinemann übernahm 1971 die ZFK OL, die er erfolgreich und mit viel Einsatz bis 1990 leitete. Ihm zur Seite stand all die Jahre unsere Marianne Schaffrath als Finanzchefin für den OL in der DDR. 1974 siegte Rita Winkler beim Internationalen Pokalwettbewerb in Bulgarien vor der amtierenden Weltmeisterin Sarolta Monzspart (Ungarn). Ihre gute Form bewies sie auch bei den Bezirksmeister- schaften der Leichtathleten über 3.000 m mit einem 3. Platz in 10:53 min. Ende der 70-er Jahre übernahm Wolf-Gerold Juckelandt die Nachwuchsarbeit in der Sektion. Seine gute Arbeit wurde mit einer Vielzahl von Titeln bei Spartakiaden, DDR-Kindermeisterschaften und Jugend- meisterschaften belohnt. So wurden 1980 Beate Kliemann und René Boden und 1988 Tilo Pompe DDR-Jugendmeister ihrer Altersklassen. In den Staffelwettbewerben der Jugend erreichten wir von 1985 bis 1989 sechs Meistertitel einer Klasse. Weitere Erfolge waren 1982 der Sieg von Beate Kliemann in der D17 beim Ostsee-OL und 1990 der Sieg von Björn Heinemann in der H17 beim Länderkampf gegen die BRD. Die breite Leistungsverteilung über alle Altersklassen machte es möglich, auch bei Mannschaftsmeister- schaften und bei den FDGB-Pokalwettbewerben erfolgreich abzuschneiden. Als Mannschaft wurden Starts in Bulgarien, in der CSSR und 1988 noch in Estland organisiert. Durch gute Bahnen und perfekte Organisation wurde der Dynamo-OL zu einer anerkannten traditionellen Veranstaltung. 1980 wurde der 10. Dynamo-OL mit über 1000 Teilnehmern erstmals auf Basis eines Rechnerprogrammes über ESER-Großrechner im Kombinat Robotron abgewickelt. Das von unserem Sportfreund Bernd Eger entwickelte Programm war dann auch die Grundlage für die OL-Wettkämpfe beim 1. Verbandstreffen des DWBO 1981 in Papst-dorf. Die Tradition unseres Vereins als Vorreiter für den Einsatz der Rechentechnik wurde durch Ulf Heinemann mit dem ersten PC-Programm auf APPLE beim Ostsee-OL 1985 fortgesetzt. Die langjährigen Verdienste des Vereins zur Entwicklung des OL werden auch durch die Tatsache unterstrichen, daß durch die Mitglieder über 20 farbige OL-Spezialkarten aufgenommen und gezeichnet wurden. Bei der aufwendigen Arbeit des Kartenzeichnens muß Ulrike Heinemann als fleißigste Zeichnerin erwähnt werden, die allein über 15 Karten auf Folien zeichnete. Ab 1990 wurden die Karten der Dippoldiswalder Heide sowie der Dresdner Heide (Gebiet Langebrück) auf Computer mit Hilfe des Zeichenprogramms OCAD hergestellt. Björn Heinemann entwickelte in dieser Zeit der Tradition folgend mit OLP ein inzwischen auch international anerkanntes Administrationsprogramm für Orientierungsläufe. 1977 wurden unter Leitung von Jürgen Renger die Kinderbestenermittlungen der DDR im OL in Arnsdorf organisiert. Unter der Gesamtleitung von Rolf Heinemann wurde diese Veranstaltung mit 1400 Teilnehmern zu der bis zu diesem Zeitpunkt größten OL-Veranstaltung des Verbandes. Am 11.12.1990 wurde als Rechtsnachfolger der SG Dynamo Elbe Dresden der Polizeisportverein Elbe Dresden e.V. gegründet. Der Orientierungslauf hat sich in Zusammenarbeit mit der Gruppe Ski gleichzeitig als eine Abteilung im neuen PSV Elbe etabliert. Leider hat sich die Mitgliederzahl nach der Wende auf 35 bis 40 reduziert. Trotz des Sieges von Tilo Pompe bei den Junioren 1990 gab es dann einige schwache Jahre für den Verein. Die WM-Teilnahme von Kathrin Renger 1993 (USA), Tilo Pompe 1995 (Deutschland) und 1997 (Norwegen) waren dann neue Glanzpunkte in der Entwicklung. Das Jahr 1998 wurde dank der überragenden Leistung von Tilo Pompe zu einem Erfolgsjahr des Vereins. Bei den Deutschen Meisterschaften holte er sowohl auf der kurzen wie der langen Strecke den Titel, und auch die Herrenstaffel wurde Deutscher Meister. Rolf Heinemann Unser Talweg am Bergfreundeturm Es wird ein schöner Tag, dieser 1. August 1954. Wir können ihn gebrauchen, steht doch heute ein hartes Stück Felsarbeit vor uns. Vor einer Woche hatte Jochen am Bergfreundeturm einen neuen Weg angefangen. Der Einstiegsriß war bereits bezwungen, als beim Schlagen des 2. Ringes der Kronenbohrer abbrach. Das war der Anlaß zum Rückzug gewesen. Heute soll es nun geschafft werden. In langer Reihe steigen wir aus dem Wehlgrund hinauf zum Turm. Zu dritt wollen wir die Aufgabe lösen, während die anderen Seilschaften benachbarte Wege durchsteigen. Ich sichere Jochen, während er die hohe Rißverschneidung in Angriff nimmt. Meter um Meter ringt er ihr ab, legt wohl auch einmal eine Schlinge. Doch ich weiß, daß diese Sicherung nicht viel taugt und erst hoch oben, wenige Meter unter dem Ausstieg, der 1. Ring steckt. Jetzt hat er ihn erreicht, der Karabiner schnappt, ein kurzes Verschnaufen. Noch einige Züge im engen Riß, dann ist der Vorblock erreicht. In Kletterschuhen kann ich gut und rasch nachsteigen, und bald sitzen wir wieder zusammen. Wie geht es weiter? Wir überschreiten die Kluft, die uns vom Gipfelbau trennt, und probieren es zunächst links der Kante. Eine Reibungswand scheint hier die Möglichkeit zu bieten, zu dem für den nächsten Ring vorgesehenen Absatz zu gelangen. Doch wir merken bald, daß hier weitere Versuche zwecklos sind. So geht Jochen wieder nach rechts, wo in einer gelben Wandstufe noch die Schlingen vom letzten Wochenende hängen. Der Fels ist hier brüchig und leicht überhängend. Man muß sich gut festhalten und möchte doch wiederum den Griffen keine zu große Belastung zumuten. Jochen hat die Schlingen erreicht, hängt das Seil ein und spreizt weit nach links hinüber. Auf einem kleinen Absatz an der Kante ruft er nach dem Schlagzeug. Bald schwebt der Beutel an der Reepschnur nach oben. Wuchtige Hammerschläge treiben den Kronenbohrer in den Fels. Nach einer halben Stunde sitzt der Sicherungsring. Es kann weitergehen. Jochen hat mich nachgeholt und nimmt nun das folgende Stück bis zum Vorgipfel in Angriff. Nur wenige Meter kann er an der Kante hochsteigen, dann muß er nach links ausweichen. In schwieriger Reibungskletterei erreicht er den Beginn einer Rinne, die er zum Weiterweg benutzen will. Stück für Stück kann er sich in ihr emporarbeiten, kann eine Seilschlinge verklemmen und schließlich, als die Rinne in der Wand verläuft, wieder zur Kante zurückspreizen. Damit ist es geschafft, der Vorgipfel ist erreicht. Vom Gipfel aus beobachten uns die Freunde, die ihre Touren hinter sich gebracht haben. Eine kleine Wandstufe bereitet die letzte Schwierigkeit. Endlich ist es geschafft. Schräg hinauf zum Gipfel zieht der Grat, und bald schütteln wir uns freudig die Hände. Der "Neue Talweg" am Bergfreundeturm ist erstmals bezwungen. Auf dem Gipfel sind alle in bester Stimmung. Bald klingt ein Lied auf, das hell hinaus in den Wehlgrund dringt und unseren Stolz auf die gelungene Tat verkündet. Hans Pankotsch (aus "Der Wintersport" 1. Jg. 1957, Nr. 10) Unser Ziel: Der Montblanc 4.15 Uhr stehen wir endlich abmarschbereit vor der Hütte. Taschenlampen durchdringen die Finsternis, als wir den steilen Hang zu Aiguille du Goûter nehmen. Der Himmel zeigt sich in seiner ganzen Klarheit, kein Luftzug weht, und so ist das Wandern auf schmalem Grat zum Anstieg auf den Dôme du Goûter ein Erlebnis und reiner Genuß. Bald verlöschen die Stahlen der Taschenlampen, denn der Mond sendet sein milchigweißes Licht auf unseren Weg hernieder. Die Wolken unter uns leuchten gespenstig auf, und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Langsam weichen die Schatten der Nacht, als wir den Dôme du Goûter ansteigen. Es wird Tag. Mit der Sonne kommt auch frischer Windzug auf, der uns aber wenig stört, da wir im Windschatten des Berges geschützt sind. Langsam und gleichmäßig tapsen die Steigeisen im Firn und bringen uns Meter um Meter dem ersehnten Ziel näher. Wir müssen aber sehr gut laufen, denn zahlreiche Partien überholen wir. Endlich geht es nicht mehr höher, und wir merken, daß wir den ersten Gipfel über 4000 m, den Dôme du Goûter (4304 m) bezwungen haben. Ein Gipfel im eigentlichen Sinne ist es nicht, eine einzige leicht gewölbte Schneefläche von ungeheuerer Größe läßt den Gipfelpunkt mehr ahnen. Und da taucht auch das erste Mal in seiner erhabenen Größe, von der Sonne an den Graten erst rosenrot, dann purpurfarben bestrahlt, der Montblanc auf, dessen Besteigung das Ziel der Delegation der DDR ist. Mit beflügeltem Schritt geht es hinab nach dem Col du Dôme und wieder hinauf zur Refuge Vallot (Vallothütte, 4362 m). Von hier ist der weitere Anstieg genau zu überblicken. Von der Hütte geht es noch 100 m steil aufwärts zum Grand Bosse, über Petit Bosse und Rocher de Montblanc zum eigentlichen Gipfelpunkt des Berges (4807 m). An der Vallothütte wird für Minuten Rast eingelegt. Wir stellen mit Schrecken fest, daß sich das frische Lüftchen zum Sturm gesteigert hat, der weiße Schneefahnen von den Graten peitscht. Werden wir unter diesen Umständen den Gipfel erreichen? Wir denken an das Ziel unserer Fahrt, aber auch daran, daß unser Leben nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. Frisch gewagt war jedoch schon immer halb gewonnen. Fünf Menschen haben den eisernen Willen, auf Europas höchstem Berg zu stehen und das Können der Kletterer aus der DDR auch bei ganz anderen Bedingungen unter Beweis zu stellen. In eine Höhe von 4500 m zwingt der Sturm den Voransteigenden in die Knie. Es ist Jochen, der auf seinen Pickel gestützt aus dem Kletterrucksack das Seil herausholt und so veranlaßt, daß sich drei Bergsteiger, Jochen, Ulli und Fred, zu einer Seilschaft zusammenschließen, denn alle sind bis hierher allein gegangen. Doch jeder weitere Schritt allein ist Wahnsinn. Der Sturm weht auf dem Grat so heftig, und es besteht die Gefahr, daß man einfach hinweggefegt wird. Der Berg wehrt sich, sollen wir umkehren? Von Konny und Eugen, der zweiten Seilschaft, ist noch nichts zu sehen. Nein, wir kämpfen weiter. Ein Weg, der unter günstigen Bedingungen ein Spaziergang zum Gipfel sein mag, wird zum Inferno. Den Pickel fest eingerammt, gegen den Sturm mit aller Kraft gestützt, so wird dem Berg Meter um Meter abgerungen. Sprechen können wir nicht miteinander, denn das geht im Brüllen des Sturmes unter. So bleibt nur die Verständigung von Mensch zu Mensch, das Gefühl, daß der eine auf den anderen aufpaßt. Plötzlich fliegt etwas in der Luft. Es ist Freds Handschuh, den ihm der Sturm einfach von der Hand gerissen hat. Endlich haben wir den Grat hinter uns gebracht. Kurze Verschnaufpause. Hier sind wir etwas vor dem Sturm geschützt. Das Gesicht brennt wie Feuer, hervorgerufen durch die anstürmenden Eiskristalle. Wir sehen auf den Rückweg, sehen, wie nachfolgende Partien umkehren und absteigen. Wird es unsere zweite Partie schaffen? Das ist die bange Frage, die drei Kameraden bewegt. Eugen kennt den Montblanc, aber er ist immerhin schon 49 Jahre alt. Wird er genauso viel Elan haben wie in jungen Jahren? Und Konny, unser Jüngster? Wie wird er sich machen? Aber nicht lange währen die Gedanken, denn rund 250 Höhenmeter trennen uns noch vom Gipfel. Wieder den Pickel eingerammt und mehr gekrochen als gestanden, so geht der Kampf gegen die Gewalten der Natur weiter. Manchmal müssen wir knien, weil die Windböen so stark sind, daß es nicht weitergeht. Was keiner für möglich hält, auf dem Grat steigert sich der Sturm. Aber wir sehen den Gipfel. Tellergroße Eisstücken reißt der Sturm aus dem Grat heraus und schleudert sie in die Tiefe. Uns schauert. Endlich sehen wir die Gipfelfahne, die im Sturm wild hin und her knattert. Gemeinsam arbeiten wir uns zum Gipfel vor. Die Hände finden sich zum stummen Händedruck. Jedes Wort hier oben ist überflüssig. Mit klammen Händen wird der Fotoapparat eingestellt, drei oder vier Bilder gemacht, dann tauchen auch Konny und Eugen auf, blass aber mit frohen Gesichtern. Zum Verweilen bleibt uns keine Zeit, obwohl im weiten Rund die gesamte Alpenwelt betrachtet werden kann. Dabei scheint die Sonne und das Wetter wäre einzigartig, ja wenn - wenn der Sturm nicht wäre. Stolz erfüllt uns, unter diesen Bedingungen dem Weißen Berg den Sieg abgetrotzt zu haben. Stumm denken wir auch an unseren Poldi, der im Krankenhaus von Chamonix liegt. Wie schade, daß er nicht an diesem Erlebnis beteiligt sein kann. Oben sind wir ja - wir müssen auch wieder hinunter. Eugen ist es, der laut ausspricht, was schon jedes einzelnen Überzeugung ist: Wir können die Traversierung zur Aiguille du Midi nicht durchführen. Es wäre unsinnig, bei diesem Sturm unser Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Die Rucksäcke werden aufgeschultert, und dann gehts abwärts. Gleich nach ein paar Metern müssen wir anhalten. Jochen hat die Brille nicht aufgesetzt, und Eis fliegt ihm ins Gesicht, so daß er nicht mehr sehen kann. Ein Stück weiter merkt Ulli, daß ihm die Hände absterben. Auf verglastem Eis kommt er dann ins Rutschen. Fred, der als Letzter geht, kann ihn halten. Ein Schreck ist es jedoch für alle, und der Blick geht automatisch die steilen Flanken hinunter. Mit doppelter Vorsicht geht es weiter und ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir 20.15 Uhr die Vallothütte. Hans-Joachim Scholz (gekürzt aus: "Der Wintersport", 1. Jg. 1957, Nr. 13) Erster Bergsteiger-Skilanglauf Ein sonst ungewohntes Bild bot sich in den Morgenstunden des 9. Februar 1958 in der Jugendherberge "Rudi Hempel" in Ostrau. Der große Aufenthaltsraum war zu einem Wettkampfbüro geworden, und im Hausflur standen, noch verschnürt, viele Skier und andere Utensilien, die darauf hinwiesen, daß sich Sportler auf einen Skilanglauf vorbereiten sollten. Leider wurde diese Vorbereitung, das Wachsen der Skier und andere notwendige Handgriffe, durch das eintretende Tauwetter illusorisch. Obwohl kein Schnee lag und die Sonne vom herrlichen klarblauen Himmel herabstrahlte, war die Stimmung der Aktiven, die dem Ruf der SG Dynamo Dresden zum 1. Bergsteiger-Skilanglauf gefolgt waren, ausgesprochen optimistisch. Es liegt im Wesen der Bergsteiger, daß sie sich von keinen Witterungseinflüssen abschrecken lassen, um die einmal gestellte Aufgabe zu erfüllen. So war es auch an diesem Sonntagmorgen: Weil die Strecke nicht mit Ski passierbar war, wurde sie ohne diese bewältigt. 16 Mannschaften hatten sich für den Wettkampf gemeldet, und zwölf davon stellten sich dem Starter. Grundgedanke dieses Bergsteiger-Skilanglaufes war, mit diesem sportlichen Wettbewerb zugleich einen Beweis zu erbringen, daß neben der Meisterung des Skis auch klettertechnische Probleme im Winter gelöst werden können. Die Strecke bot reiche Abwechslung für den Skiläufer und den Bergsteiger. Unter guten winterlichen Bedingungen hätten die Skier des öfteren abgeschnallt werden müssen, um Anstiege wie die "Heilige Stiege" und ähnliche zu bezwingen. Auf dem Streckenabschnitt vom Gratweg zu den Leuchterweibchen galt es, eine steile Wandstufe mit Hilfe vorhandener Seile im Abstieg zu bezwingen. Der Wettkampf selbst bewies, dass unsere Bergsteiger neben ihrem bergsteigerischen Können über eine ausgezeichnete Kondition verfügen und allgemeine gute körperliche Verfassung haben. Denn sonst wären für die 17 km lange Strecke keine Zeiten unter 2 Stunden möglich gewesen. Man kann der SG Dynamo Dresden zu diesem ersten Versuch nur die Glückwünsche aussprechen und diese mit der Hoffnung verbinden, dass der Bergsteiger-Skilanglauf eine ständige DDR-offene Angelegenheit wird. (aus: "Der Wintersport", 2. Jg. 1958, Nr. 4) So wurde die Valbonewand bezwungen Die Talwand des Briaset (2367 m) zählt zu den gewaltigsten Wandfluchten der Nordalbanischen Alpen. In den vergangenen Jahren waren Versuche, diese Wand zu durchsteigen, gescheitert. So gehörten tschechische Alpinisten zu den Abgeschlagenen, und auch Bergsteiger aus der DDR sahen sich im Sommer 1959 gezwungen, aus dem unteren Drittel den Rückzug anzutreten. In diesem Jahr war es unsere feste Absicht, dieser stolzen Wand endlich ihre Geheimnisse zu entreißen. Den Hauptschlag wollten Fritz Eske und Harald Löbe führen, indem sie die Wand in ihrem mittleren Teil angriffen. Sie erreichten zwar den Gipfel auf einer sehr schweren Route, wurden jedoch zu weit nach rechts abgedrängt, und die direkte Wand in der Gipfelfallinie war noch immer nicht durchstiegen. Nach einigen Erwägungen faßten Rudi Pimper und ich gestern den Entschluß, die Chance noch einmal zu nutzen und einen letzten Versuch zu wagen. Eines war klar: Nur eine gründliche Vorbereitung konnte zum Erfolg führen. Mit dem Fernglas studierten wir stundenlang die Wand und versuchten, eine ungefähre Route durch die Steilregionen unter den "Gardinen" festzulegen. Sorgfältig wählten wir Haken, Seil- und Trittschlingen, Seil, Reepschnur, Zeltsack usw. aus. Noch am selben Abend trugen wir die gesamte Ausrüstung an den Einstieg der Wand. Inzwischen ist es lichter geworden. Die Kameraden sind erwacht und geben uns ihre guten Wünsche mit auf den Weg. Bar jeder Last eilen wir durch den Wald, die Moräne hinauf in Richtung unserer Wand. Am unteren Schneefeld wechseln wir die Schuhe. Die ersten Schrofen gehen wir - um Zeit zu sparen - frei, doch dabei passiert mir schon das erste Malheur. Während Rudi sich ein ganzes Stück über mir befindet, bricht mir der Griff aus und ich rutsche ein Stück hinab, wobei ich mir gehörig das Knie prelle. Der stechende Schmerz läßt meinen Mut sinken. An dieser Stelle zweifele ich zum ersten Mal am Erfolg. Die Felsen über uns sehen unbegehbar aus. 200 Meter höher bietet sich der untere Rand der Gardinen als eine Wulst von Dächern, die fünf bis zehn Meter ausladen. Nur an einer Stelle scheint es eine Möglichkeit zu geben. Was hilft es, es muß versucht werden. Wir binden uns ein und greifen in die Felsen. Da es recht gut geht, sind bald alle kleinmütigen Zweifel vergessen, und wir fühlen nur noch unbändige Freude am Steigen und den Willen, unbedingt Sieger über die Wand zu bleiben. Zügig wechseln wir die Führung, und Seillänge für Seillänge klettern wir in einer glatten Verschneidung - oft schon recht anstrengend - in einer schulterrißähnlichen Kletterei aufwärts. Auf einem Plateau schickt uns die Wand ihren ersten Gruß entgegen. Pfeifend wie Granatsplitter prasselt der Steinschlag an uns vorbei. Ein Geruch von verbranntem Schwefel bleibt zurück. Schnell versuchen wir aus der gefährlichen Zone herauszukommen. Etwa drei Seillängen anstrengender Kletterei, bei der wir viele Haken schlagen, und wir gewinnen einen Pfeiler, von dem aus die Entscheidung fallen muß. Eine Folge feiner Risse, oft unterbrochen von Überhängen, weist zu einem Dach. Die untere Hälfte steige ich vor. Hangelriß, Überhang, Quergang, Handriß, so geht es fort. Rudi fällt die zweite, wahrscheinlich schwerere Hälfte dieser Risse zu. Diese Kletterei entspräche im heimischen Elbsandsteingebirge einer straffen Sieben. An Hakenschlagen ist vorerst auf Grund der Ungegliedertheit des Gesteins nicht zu denken. Hier bewähren sich vorzüglich unsere sächsischen Knotenschlingen. Immer wieder muß ich die Selbstver- ständlichkeit bewundern, mit der Rudi an die schwierigsten Züge geht. Nachdem er noch einen Ringhaken geschlagen hat, ist er unter dem vorspringenden Dach angelangt. Von dort führt ihn ein Quergang nach links aus meinem Sichtbereich. Da höre ich einen Jubelruf - Vor ihm eröffnet eine feine Rippe, die von unten nicht zu sehen war, den Einstieg in die Gardinenkluft. Geschafft! Die beiden letzten Seillängen haben uns etwa ein und eine halbe Stunde gekostet. Noch einmal wird unsere Besteigung problematisch. In der oberen Hälfte der etwa sechs Meter breiten Gardinenkluft werden durch das Seil ständig lockere Steine gelöst, so daß ich als Zweiter starkem Steinschlag ausgesetzt bin. Ich steige immer sechs bis zehn Meter aufwärts, ohne daß Rudi das Seil einzieht, bis ich wieder unter einem kleinen Überhang Schutz finde. Hier lege ich mir den Rucksack über den Kopf, und Rudi kann das Seil unter Auslösung wahrer Steinkanonaden weiter einholen. Nach sechs Stunden gönnen wir uns die einzige kurze Rast und essen etwas Konzentrat-Nahrung. Dabei haben wir endlich Ruhe, um uns umzuschauen. Die Zelte unseres Lagers sind zu winzigen Punkten zusammenge- schrumpft. Völlige Stille herrscht. Das Rauschen des Flusses vernehmen wir schon lange nicht mehr. Das Wetter ist gut, nur an den Gipfeln der benachbarten Berge hängen einige Wolkenfetzen. Noch 700 m Fels liegen vor uns. Wir wenden uns durch eine Mulde dem Grat zu und haben eine schöne Kletterei, die nur von Zeit zu Zeit einen Haken erfordert. Allerdings ist es sehr brüchig. Der Grat ist derart ausgesetzt und luftig, wie wir es noch nie erlebt haben. Unter uns brechen die Wände steil ab, und erst tausend Meter tiefer sind die Wälder der Talsohle zu erkennen. So geht es Stunde um Stunde aufwärts, Arme und Beine füllen sich langsam mit Blei. Noch immer ist das Ende des Grates nicht abzusehen. Die Schatten werden schon beträchtlich lang, als wir - auf einer Felsschulter stehend - den Hauptgipfel erkennen können. Bald haben alle Anstrengungen ein Ende, und genau nach zwölf Stunden Kletterei stehen wir glücklich auf dem Gipfel, den die untergehende Sonne mit roter Glut umstrahlt. Kaum können wir es fassen, dass wir diese Wand besiegten. Nach weiteren 5 Stunden haben wir die Zelte wieder erreicht. Dort empfängt uns vorsorglich unser Rudi Scheibner mit heißem Tee. Kurze Zeit später sind wir in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen. Peter Popp (aus: "Unterwegs", IV. Jg. 1960, Heft 11) Erinnerungen der Wanderer Die Wandergruppe unserer Sektion bestand seit Ende der 50er Jahre. In ihrem jährlichen Wanderplan gab es monatliche Touren in die Sächsische Schweiz, ins Osterzgebirge und andere Gebiete der näheren Umgebung. Unsere Wanderleiter wie Erich Gahr und Rudi Breyer fanden immer wieder interessante Ziele, die hier aufzuzählen Seiten füllen würde. Fahrten in weiter entfernte Gebiete wurden meist an Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten unternommen. Da ging es nach Oberwiesenthal, in die Oberlausitz und in das Böhmische Mittelgebirge. Höhepunkte für alle Wanderfreunde aber waren die Auslandsfahrten. Begonnen hatte es im August 1957, als eine Gruppe von zwölf Sportfreunden unter Leitung von Kurt Günther nach Bulgarien fuhr und dort Gast von Spartak Sofia war. Die Hinreise erfolgte mit dem Flugzeug mit Zwischen- landungen in Prag und Budapest. In der IL 14 spürte man jedes Luftloch, was einigen schlecht bekam. Von Sofia aus ging es ins Rilagebirge auf die Maljowizahütte. Von dort aus unternahmen einige mit bulgarischen Bergsteigern eine Klettertour. Nächstes Ziel war die Musallah-Hütte, dann ging die Fahrt nach Bansko im Piringebirge. Mit Gepäck marschierten wir zur Wichrenhütte und am nächsten Tag über die Demanizahütte zurück nach Bansko. Der Zug brachte uns von dort wieder nach Sofia. Die Rückfahrt nach Dresden gestaltete sich zu einer Strapaze: Holzklasse, kein Speisewagen, nichts zu trinken, Verpflegung aus dem Rucksack. Die bulgarischen Freunde hatten uns noch Tomaten, Melonen, Weintrauben und als Abschiedsgruß Blumen gebracht. In zwei Abteilen, zwischen den Beinen die Stiegen mit Tomaten, im Gepäcknetz die Melonen, so ging es bis Budapest. Dort war erst einmal Schluß. Der Anschlußzug nach Prag mußte gesucht werden, dann schnell dorthin mit Gepäck und dem ganzen Gemüse. In Prag hieß es dann wieder umsteigen in den Zug nach Dresden. Heute fährt man etwas bequemer und schneller. Aber es war trotzdem ein großes Erlebnis. Kurze Zeit später kam als Gegenbesuch eine Gruppe Bulgaren nach Dresden. Weitere Fahrten führten uns in den Jahren 1959 - 1962 in die Hohe Tatra. Dorthin fuhren wir mit dem Dynamobus und schliefen im Zelt. Daß die Fahrten 1960 wegen Geldmangel abgebrochen werden mußte, war sicher ärgerlich, aber es ging in den nächsten Jahren wieder in die Tatra. Spätere Fahrten führten die Wanderfreunde dann ins slowakische Rohacegebirge und nach Rumänien. Das schönste und nachhaltigste Erlebnis für uns war aber die Fahrt in den Kaukasus im Sommer 1974. Über das Reisebüro hatte die Sektionsleitung 16 Plätze im Hotel Itkol gebucht. Nach einer Woche Wanderungen in die verschiedenen Hochtäler ging es in einer Zwei-Tagestour zum Prijut 11 in 4200 m Höhe am Fuß des Elbrus. Diese Tour war für uns, die wir schon im mittleren Alter waren, ganz schön anstrengend. Aber das Wetter war schön und früh am Morgen - um 3 Uhr ging die Nacht zu Ende - erlebten wir einen herrlichen Sonnenaufgang im Hochgebirge. So könnte man noch von mancher Wandertour berichten. Leider ließen die sportlichen Aktivitäten später nach, die Wanderer unterstützten nun den Hüttenbau in Schmilka. Inge Reichenbach Ein schwerer Weg Jedes Jahr findet in der Sächsischen Schweiz das Fest der Sonnenwende statt. Aus diesem Anlaß fuhren wir zu einer Kletterpartie in die Berge. Es war kurz nach Mittag, die Sonne wollte uns mit ihren Strahlen fast versengen, aber wir krochen unter einen Überhang. Um die Zeit bis zur Sonnenwendfeier zu verkürzen, wollten wir noch schnell einen Gipfel erstürmen. Als ich mit meiner Seilschaft den Hentzschelturm erreichte, saßen Hans und Steffen schon zehn Meter höher auf einem Vorblock, der nur durch Kaminkletterei zu erreichen war. Ich fragte nach oben an, welchen Schwierigkeitsgrad der Weg denn eigentlich habe - Hans sagte nur: "Drei". Ich dachte im Stillen: leicht! Wir stiegen los. Als wir drei, Reinhard, Peter und ich, auf dem schon erwähnten Absatz saßen, waren wir noch ganz vergnügt. Reinhard setzte sich sicher in den Kamin, um mich nach oben zu sichern. Zuerst mußte ich vom Absatz aus zum Gipfelblock übersteigen, dann links queren und um die Kante, deren Rückseite wir noch nicht gesehen hatten. Doch als ich meinen Körper um diese Kante geschoben hatte, wollte mir fast das Herz den Dienst versagen. Über mir sah ich eine etwa drei bis vier Meter hohe senkrechte Wand, die wie eine Bienenwabe aussah, alles dünnes und zerbrechliches Gestein. An der Kante, an der ich noch einen sehr sicheren Stand hatte, mußte ich eine Sicherungsschlinge legen. Dabei mußte ich kurz beide Hände von den Felsgriffen loslassen, und unter mir gähnende Tiefe. Nun aber begann in mir das Mißgefühl der Angst zu wühlen. Sollte das eine Kletterei vom Schwierigkeitsgrad III sein? Sollte Hans erzählen, was er wollte, ich glaubte nicht mehr daran. Ich fing langsam und vorsichtig zu steigen an. Aus allen Poren brach Schweiß aus. Mit zitternden Beinen stieg ich aber weiter bis zu einer Stelle, an der mir Hans zurief: "Du mußt dort eine weitere Sicherungs- schlinge legen!" Mir graute es. Hier, an der wahrscheinlich schwersten Stelle des Weges sollte ich eine Schlinge legen - heller Wahnsinn! Um hier eine Schlinge legen zu können, mußte man beide Hände loslassen. Meine Zehen standen auf zwei schmalen Kanten und unter mir - Tiefe. Durch meinen Magen ging ein seltsames Gefühl, dann wurde mir schwindlig, aber nur für Sekunden. Ich dachte, wenn du hier wegfliegst, zieht es Reinhard aus seiner Stellung, und dann würden wir beide an der Strippe hängen. Doch es kam ganz anders. Auf einmal hatte ich wieder Mut. Ich legte die Schlinge und stieg über diese Wandstelle zu einem Quergang, der etwa sieben Meter lang war. Dann stieg ich das letzte Stück Reibung zum Gipfel empor. Ich war kraftlos und erschöpft. Mir kam es vor, als wäre ich Stunden gestiegen, in Wirklichkeit aber waren es nur Minuten gewesen. Hans sicherte, da ich außerstande war, Peter und Reinhard, denen es noch schwerer gefallen war, nach oben. Ruhige Minuten auf dem Gipfel, dann sagte Hans: "Habt Ihr gut gemacht, das mit der V!" Wir schauten uns zuerst dumm an, doch dann freuten wir uns alle über diesen gelungenen Streich von Hans. Ich hatte meine erste V vorgestiegen, und das zu meinem Geburtstag. Nun begann die Abseile. Teuflisch! Der Ring war genau an der Kante des Gipfelblocks angebracht. Darunter war kein Tritt, keine Felsnase, auf die wir uns stellen konnten. Als erste seilten Peter und Steffen ab, dann war Reinhard an der Reihe. Er seilte sich ein, rutschte ein Stück nach unten, kam wieder herauf und sagte, er säße nicht richtig im Abseilsitz, und plötzlich war er verschwunden. Hans und ich hielten uns unwillkürlich am Felsen fest. Wir konnten nichts sehen, doch dann hörten wir Reinhard: "Kann weitergehen". Noch ein paar Minuten, und wir standen alle am Fuße des Gipfels, der uns wie ein Teufel vorgekommen war. Einige Stunden später am Sommersonnenwendfeuer kehrte bei allen die Stimmung wieder ein, und die Kletterfahrt wurde noch ein schönes Erlebnis für alle. Hans-Peter Bruchholz (aus: "Der Tourist", Heft 6/1971) Pik Kommunismus bezwungen Wenige Sekunden Stille, und nur unser mühseliges Atmen quält sich durch die Dunkelheit, dann stürzt wieder der Schneesturm mit boshaften Stößen über das Zelt, welches knatternd fast aus den Verspannungen gerissen wird. Die Atemluft am Zelttuch, zu Eis kondensiert, fällt uns als Schauer ins Gesicht und hat längst die Schlafsäcke mit einer Schneeschicht bedeckt. Hier liegen die Nachttempera- turen bei -30oC und langsam kriecht die Kälte auch von unten durch die Schaumstoffmatten in die Gliedmaßen. Der starke Sauerstoffmangel läßt mich den Puls bis in die Schläfen spüren. Ab und zu aus dem Dämmerzustand erwachend, kreisen meine Gedanken um den morgigen Tag. Wird er uns den Sieg bringen? 6900 m hoch haben wir uns schon emporgearbeitet. Die beiden Zelte des Lagers V stellen das Sturmlager dar, von dem aus wir den 600 m über uns liegenden Gipfel endgültig erreichen wollen. Pik Kommunismus, 7495 m, höchster Berg der Sowjetunion. Fast will ich es nicht glauben, daß sich dieser jahrelange Traum eines Alpinisten so bald erfüllen könnte. Will denn die Nacht kein Ende nehmen? Nach unendlich langer Zeit beginnt Dämmerung ins Zelt einzusickern. Schwer fällt es, die Geborgenheit der Schlafsäcke zu verlassen. Gefühllose Hände füllen den Topf mit Schnee, und ich empfinde es wie ein Wunder, den Benzinkocher überhaupt in Gang bringen zu können. Um 9 Uhr erfolgt der Aufbruch. Im wogenden Nebel erschweren riesige wächtenartige Eiswülste die Orientierung. Links vom Grat den Hang querend erreichen wir nach Überwindung einiger Spalten gegen 10 Uhr die Scharte vor dem Gipfelaufbau. Noch 600 m Steilhang trennen uns von der höchsten Spitze des Berges. Leider fordern die enormen Anstrengungen ihren Tribut. Wolfgang bleibt zurück und will in Lager V auf unsere Rückkehr warten. Es tut weh, ansehen zu müssen, wie ein Freund, der bis hierher alle Unbilden mit ertragen hat, so kurz vorm Ziel auf den Gipfel verzichten muß. Aber auch in jedem von uns nagen Zweifel, ob man nicht selbst in den nächsten Stunden den noch wachsenden Strapazen und der Höhe zum Opfer fällt. Nach kurzer Rast gehen wir den steilen Firnhang an. Rechts schimmern die schwarzen Felsen der Westwand schemenhaft durch den Nebel, links verliert sich der Hang im grauen Nichts. Schritt für Schritt die Spitzen der Steigeisen in den vom Sturm gepreßten Harsch schlagend keuchen wir stundenlang aufwärts. Die Atemnot verleiht einem das Gefühl, als sei der Brustkorb mit Stahlbändern gefesselt. Immer wieder beschwichtige ich ein aufkommendes Angstgefühl mit dem Gedanken, daß auch andere vor uns in dieser Höhe atmen mußten. Gegen 14 Uhr erreichen wir den von unten so nahe aussehenden Grat in etwa 7400 m Höhe. Ab und zu reißen die Wolken auf und lassen unter uns die Spitzen benachbarter Berge wenige Augenblicke lang erkennen. Nur noch ein etwa 100 m langer, steiler Grat trennt uns vom Gipfel. Es gibt kein Zurück mehr. Wenn auch jeder Schritt und jeder Atemzug zur Qual wird, beherrscht doch nur noch ein Gedanke unsere Sinne - der Gipfel. Der Körper mobilisiert noch einmal alle Reserven, und dann ist es soweit. Wir stehen auf dem "Dach der Welt", dem höchsten Berg der Sowjetunion. Ein paar glückliche Umarmungen, dann sinken wir erschöpft zu Boden. Noch begreifen wir nichts. Jochen entrollt langsam die Fahne der DDR, und wir lassen sie gemeinsam mit einem Wimpel der Sowjetunion für eine Weile im Sturm flattern. Nur allmählich wird uns bewußt, daß sich nun endlich nach vielen Opfern und Entbehrungen ein jahrelanger Wunsch erfüllt hat. Unsere besondere Gratulation gilt immer wieder Christel. Als einzige Frau unserer Republik hat sie nunmehr drei Siebentausender erstiegen - eine hervorragende Leistung. Unter uns wogen Nebelmassen. Aber auch über uns versperren noch Schichtwolken das Blau des Himmels. Von Zeit zu Zeit reckt der Pik Korshenewskaja (7105 m) in etwa 12 km Entfernung seine drei riesigen Pfeiler durch die Wolkenbänke hindurch. Fast genau vor zwei Jahren hatten Christel, Alex und ich auf seinem Gipfel gestanden und eine herrliche Aussicht über den Pamir genossen. Doch nichts ist heute mit Fernsicht, und bald gemahnen Wolkenfetzen, die von Sturmböen über den Gipfel gejagt werden, zum Abstieg. Es ist schon dunkel, als wir Lager V erreichen. Wolfgang empfängt uns mit Tee, und bald sind wir in die wenig schützenden Schlafsäcke gekrochen. Weitere Wetterverschlechterung in der Nacht läßt uns den kommenden Tag, an dem wir bis zu Lager III abstiegen, zum schwersten Tag am Berge werden. Im Schneesturm tasten wir uns unter großen Orientierungsschwierigkeiten die Hänge hinunter. Einige brechen in verdeckte Spalten ein, fangen sich aber sofort im Sicherungsseil, und so sah dann der siebente und achte Tag - Gott sei dank wieder bei besserem Wetter - eine Gruppe, die sehr langsam und müde über das Firnplateau und den Kamelhöcker zurück marschierte. Noch nie ist mir der kurze Steilanstieg über die 70 m hohe Moräne vor dem Basislager so schwer gefallen wie am Abend unserer Rückkehr. Aber dann werden wir herzlich von unseren sowjetischen Bergfreunden empfangen und mit herrlichen Weintrauben und Melonen bewirtet. Wir empfinden die geräumigen Zelte des Basislagers wie Luxus-Appartements, und frei jeglicher Spannung versinken wir endlich in einen langen tiefen Schlaf. Peter Popp (aus: "Der Tourist", Heft 2 und 3/1977) Aus dem Tagebuch der 1. Dynamo-Winter-Tatra-Tour 2.3.1979 (Seilschaft Kaufmann - Bruchholz; Ganek, Westpfeiler V) Sehr schöne, exponierte Kletterei bei wechselhaften Witterungsbedingungen. Nach der 3. Seillänge sind wir auf Grund von Hammerbruch nur noch mit Schlingen und Klemmkeilen weitergeklettert. 5.3.1979 (Seilschaft Grundmann - Noack - Böhme - Hebold; Granatenwand, Rechter Grat IV) Abmarsch 6.15 Uhr. Der "Eiskamin" wurde zügig ohne besondere Schwierigkeiten durchstiegen. Interessant war das kurze Stück Eiskletterei. Danach trafen wir auf den Grat, der von der Schwierigkeit durchschnittlich mit IV eingestuft ist. Der Grat ist mit 6 Türmen bewehrt, die bei ihrer Überschreitung recht erhebliche Schwierigkeiten aufwiesen. Am 3. Turm trafen wir auf einen zwar kurzen, aber sehr exponierten Quergang über eine glatte griffarme Platte (Schwierigkeit V). Am 6. Turm wurde unser Können durch einen glatten, fast senkrechten Riß auf die Probe gestellt, jedoch auf bewährte sächsische Manier gemeistert. Nach einer letzten Hürde (V) führten uns dann zwei leichte Seillängen auf den Gipfel. - Der Abstieg (endlos !) erfolgte auf dem Normalweg und war eine elende Schinderei, aber unser Quartier steht nun mal unten. 5.3.1979 (Seilschaft Scheibe - Uhlig - Popp - Stephan) Bei Nebel wurde der "Eiskamin" und die darauffolgende Rinne, die im großen Kessel der Granaten endet, bis zum Ende durchstiegen. Über die Nordwand der Velický Granáty stít gelangten wir auf den Gipfel dieses Berges. Dabei erwies sich ein Wandstück, welches von Gunter vorgestiegen wurde, als besonders schwierig. Der Abstieg erfolgte relativ leicht über die Südwand. Gegen 17.30 waren wir wieder im Schlesierhaus. 6.3.1979 (Seilschaft Bruchholz - Bienert - Landgraf - Kaufmann) Wir sind den ganzen Tag über den Wolken gegangen und hatten strahlenden Sonnenschein. Schwieriger zu klettern gab es 3 Stellen, zwei Wand- und eine Rißkletterei. Der Weg ist allen Teilnehmern bestens zu empfehlen. 8.3.1979 (Seilschaften Hebold - Grundmann- Kaufmann - Bruchholz und Popp - Bienert - Stephan - Böhme; Granatenwand, Südwestriß VI) Eigentlich sollte aus diesem Unternehmen ein Film über die Bezwingung der "Superdiretissima" resultieren. Am eigentlichen Einstieg des Weges drehte sich das Barometer jedoch innerhalb weniger Minuten von Sonne auf Schnee. Was tun? Wir entschlossen uns schließlich, über den Südwestriß zum Gipfel zu steigen - beide Seilschaften gemeinsam. Der Schneefall wurde immer stärker, die Windstärke nahm ständig zu und der Weg war unerwartet lang und nicht einfach. Schließlich standen wir um 21.30 Uhr auf dem Gipfel. Bis dahin also geschafft! Nur Hansi hatte Pech. Beim Hangeln rutschte seine Prusikschlinge am vereisten Seil ab, wobei er sich ein Fußgelenk anbrach. Nun noch der Abstieg! Infolge des starken Schneefalls (Lawinengefahr!) hielten wir uns dicht am Felsen und sicherten über besonders gefährdete Partien. Nach fünfstündigem Ringen kam unsere Mannschaft im Hotel an. In dieser Nacht haben wir uns als gutes Kollektiv bewährt und viele Erfahrungen gesammelt. Von allen Teilnehmern wird die Tatrafahrt als großer Erfolg angesehen, der die alpinistischen Erfahrungen eines jeden Einzelnen stark bereicherte. Gipfelsieg und Absturz - Impressionen aus der Mongolei So richtig hat wohl keiner von uns geglaubt, daß es am 20.6. wirklich in Richtung Mongolei losgeht. So kurzfristig und mit wenigen Informationen über das Reiseziel waren Pläne und Gefühle recht unbestimmt ... Am nächsten Tag flogen wir mit einer AN 24 von Ulan-Bator 1000 km nach Westen zu unserem Berg, dem Pik Naivamdol (Berg der Freundschaft), mit 4372 m der höchste Berg im mongolischen Teil des Altai. Wir, das waren inzwischen 20 Sportfreunde der gastgebenden SV "Chutch", fünf Polen, sieben Tschechoslowaken und wir fünf Dynamo-Leute. Anlaß der Besteigung war der 55. Jahrestag der Grenztruppen der Mongolei. Da der Berg direkt auf der Grenze zu China und der Sowjetunion steht, ist eine Besteigung ohne Schirmherrschaft der Grenztruppen gar nicht möglich. Zum Berg ging es dann weiter 200 km mit Hubschrauber über Wüsten-, Steppen- und Weideland. Holger und ich durften im Cockpit mitfliegen, die Piloten sahen das nicht so verbissen. Fröhlich blökend begrüßten uns am Basislager in 3100 m Höhe einige Hammel. Uns war damit klar, wie unser Speisezettel in den nächsten Tagen aussehen würde. Aufgrund deutlich sichtbarer, eiserner Überwindung beim Hammelfleischessen bekam Hansi den Spitznamen "Hamlett". Am 27. Juni wurde durch den eingeflogenen Chef der Grenztruppen, General Arwei, die Besteigung eröffnet. Am Nachmittag stiegen wir noch etwa 10 km den Potainingletscher auf. Für die Strecke benötigten wir fünf Stunden - ein Hinweis, wie schwierig die Gletscherbegehung war. Der folgende Tag wurde mit Schlafen und Essen im Zelt verbracht. Es war über Null, starker Wind und Schnee, Schnee, Schnee. Wir konnten uns nur ausmalen, wie es am nächsten Tag sein sollte. Und der Berggeist war uns hold, herrliches Wetter am nächsten Morgen. Die restlichen 670 Höhenmeter wurden gemessenen Schrittes im Pulk überwunden. Das Gipfelpanorama war dann absolut überwältigend - so viele ungenutzt herumstehende Gipfel - ein Jammer für den DDR-Alpinisten. Herzlich gratulierten wir unseren mongolischen Sportfreunden. In aller Augen stand Freude. Auch wenn der Berg technisch nicht so anspruchsvoll war, so war es wohl für uns alle ein Höhepunkt. Bei schönem Wetter, nur mit einigen Wolken, trudelten wir bergab, mussten im Zwischenlager auf unseren Sieg trinken und räumten langsam zusammen. Wir sollten gegen 16 Uhr mit dem Hubschrauber zum Hauptlager zurückfliegen. Mit zwei Mongolen bestiegen noch Holger, Klaus, Wolfgang und ich das Gerät. Nebelfetzen und blendende Sonne ließen den Piloten etwa 300 m nach dem Start mit einem Schneehang kollidieren. Nach einem mörderischen Gescherbel im Kabineninneren warfen wir uns Hals über Kopf hinaus. Nur weg war die Devise. Zum Glück explodierte der Hubschrauber nicht. Im Schnee dann tiefes Durchatmen, langsames Begreifen, Körperfunktionstest und die Frage nach den anderen. Wie in diesem zerbeulten Haufen technischer Masse zehn Personen relativ unverletzt die Kollision überstehen konnten, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Nun mußten wir doch laufen, leicht lädiert mit zwei Laufunfähigen und viel Gepäck über den noch mehr verschneiten Gletscher. Und dann war ein Tag mit wohl maximalen Höhepunkten und Tiefschlägen zu Ende. Den 29. Juni 1988 werden wir wohl nicht so schnell vergessen. Susanne Kühne (etwas gekürzt aus der Bergfestzeitung 1988) Meine erste Alpenklettertour Eines Tages im Sommer 1991 kam Peter Popp zu mir und fragte, ob ich nicht eine Woche mit ihm in die Alpen fahren würde. Er zeigte mir Bilder von den Gipfeln, ich war begeistert und sagte natürlich zu. So ging es am 12. September von Dresden los, über Pirna - Pilsen - Innsbruck zum Brenner und am nächsten Tag weiter über Bozen in die Dolomiten. Von Vigo die Fassa stiegen wir zur Vajolethütte auf. Uns bot sich eine herrliche Berglandschaft, der Rosengarten mit seinen bedeutendsten Gipfeln, den Vajolettürmen, unserem ersten Ziel. Am nächsten Tag bestiegen wir den Winklerturm über den "Winklerriß". Der Delagoturm mit seiner bekannten "Delagokante" war einen Tag später das Ziel. Zeitig aufgestanden begaben wir uns zum Einstieg. Wir kamen zügig voran und überholten mehrere Seilschaften, die zu viert unterwegs waren. Gegen Mittag erreichten wir den Gipfel. Der Übergang zum Stabelerturm ging auch rasch. Nach einer ausgiebigen Rast auf diesem Gipfel begannen wir den Abstieg, so daß wir zeitig wieder auf der Hütte ankamen. Wegen des guten Wetters und unserer Schnelligkeit beschlossen wir, noch am gleichen Tag abzusteigen und in die Brentagruppe zu unserem eigentlichen Ziel, der Guglia di Brenta, zu fahren. Über Bozen ging es zum Lago di Molveno. Spät dort angekommen, übernachteten wir im Freien, um frühzeitig wieder loszugehen. Fünf Stunden Aufstieg standen uns bevor. Je höher wir kamen, bot sich ein phantastischer Blick auf die herrliche Bergwelt. Nach etwa zweieinhalb Stunden bekamen wir die Guglia das erste Mal zu Gesicht. Wir sahen zwar nur den Gipfelaufbau. Dieser lächelte im wahrsten Sinne des Wortes zu uns herab, denn er sah wie ein Gesicht aus. Beim Weitersteigen bemerkten wir gar nicht, wie wir uns der Hütte näherten und plötzlich vor ihr standen. Nach einem längeren Essen und einem frischen kühlen Bier bezogen wir unser Quartier. Wir hatten noch reichlich Zeit, und so gingen wir zur Guglia hinüber. Über den Bocchetteweg, einen sehr schönen Klettersteig erreichten wir den Einstieg. Vor uns tat sich ein riesiger Turm von etwa 300 Meter Höhe auf. Es war schon sehr beeindruckend. Am nächsten Morgen standen wir bei herrlichem Sonnenaufgang auf, und nach einem reichlichen Frühstück ging es zum Einstieg des Normalweges auf die Guglia. Vor uns waren schon zwei Seilschaften, die nur langsam vorankamen. Am ersten Nachholepunkt, den wir über eine senkrechte Wandstelle von etwa 40 m erreichten, hatten wir die erste Seilschaft eingeholt. Diese Wandstelle ist eine der Schlüsselstellen des Aufstieges und wird die "Pooliwand" genannt. Die fremde Seilschaft fragte, woher wir kommen. Wir antworteten, daß wir aus Dresden sind und unser Kletterparadies die Sächsische Schweiz sei. Diese kannten sie und meinten, wer von dort komme, kann schnell und gut klettern. So ließen sie uns vorbei. Nach kurzer Querung und einem leicht liegenden Wandstück erreichten wir ein breites Band, dem wir etwa 80 m in die Ostwand folgten. Dort ging es über einige schräge Rinnen zu einem großen Absatz, von dem uns schon die zweite Seilschaft beobachtete. Sie sagten, daß wir ganz schön schnell seien, und ließen uns nach kurzer Rast den Vortritt. Weiter ging es an der Südwestkante, wo die zweite Schlüsselstelle des Weges ist. Ein kurzer Quergang führte in die senkrechte griffarme Wand, in der sich zwei Haken befanden. An ihnen schlich ich mich vorbei, und in dieser heiklen Situation sagte Peter zu mir: "Bleib so, ich mache ein Foto." Mir wurde himmelangst, denn unter mir waren etwa 500 m Luft. Als Peter fertig war, erreichte ich bald leichteres Gelände, worüber ich sehr froh war, denn die Kraft ließ langsam nach. Noch eine Seillänge, und wir standen auf dem Gipfel der Guglia die Brenta oder, wie die Italiener sagen, des "Campanile Basso". Bei schönem Wetter machten wir eine ausgiebige Mittagsrast und bewunderten das herrliche Bergpanorama ringsum. Zu Peter sagte ich, daß dieser Gipfel mein persönlicher Höhenrekord sei. Er gratulierte mir, und wir stießen mit einem Bier an. Nach ein paar Filmaufnahmen begannen wir den Abstieg. Mit mehrmaligem Abseilen erreichten wir wieder den Einstieg und bald auch die Hütte, wo wir die vollbrachte Besteigung noch einmal an uns vorbeiziehen ließen. Weil wir durch das schöne Wetter noch Zeit hatten, fuhren wir am nächsten Tag nach Garmisch, um durch die Höllentalklamm und den anschließenden Klettersteig die Zugspitze zu ersteigen. Dann ging es wieder zurück nach Dresden. Es war für mich eine schöne und erfolgreiche Bergfahrt, bei der ich die Alpen für mich erkunden und erschließen lernte, und der noch manche andere Fahrten folgten. Steffen Bienert Erstbegehungen unserer Mitglieder Von den Mitgliedern unserer Sektion wurden 26 Erstbesteigungen und über 1400 Erstbegehungen durchgeführt. Diese teilen sich wie folgt auf:
Erstbesteigungen
Ausgewählte Erstbegehungen - Sächsische Schweiz
Hochgebirgstouren unserer Mitglieder (Auswahl)
Tatra-Winterfahrten Bei den Tatra-Winterfahrten der Jahre 1979 - 1990 wurden zahlreiche Wege, teilweise mehrmals und von verschiedenen Seilschaften, durchstiegen. Davon werden hier nur einige genannt:
Erfolge unserer Orientierungsläufer (bis 1989) DDR-Meister Orientierungslauf
DDR-Meister Staffel-Orientierungslauf
DDR-Meister Nacht-Orientierungslauf
DDR-Meister Ski-Orientierungslauf
DDR-Meister Staffel-Ski-Orientierungslauf
FDGB-Pokal Orientierungslauf
Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften
Seit 1973 war die Teilnahme von DDR-Orientierungsläufern an Weltmeisterschaften nicht mehr möglich. Andere internationale Wettkämpfe Beim Pokal "Frieden und Freundschaft" 1974 in Varna (Bulgarien) siegte Rita Winkler vor der amtierenden Weltmeisterin Monspart (Ungarn). Den Sieg beim 7. Internationalen Ostsee-Orientierungslauf 1974 in Saßnitz erreichte ebenfalls Rita Winkler. Beim 17. Internationalen Ostsee-Orientierungslauf 1984 in Bad Doberan belegte Rita Winkler zusammen mit Ann Josefsson (Schweden) den 1. Platz. Verwendete Abkürzungen
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